|
Kinesiologie ist eine Synthese von verschiedenen Heilmethoden. Sie vereint überlieferte östliche Heilkunst und moderne westliche Medizin. Durch die Körperarbeit vereinigen sich Erkenntnisse der Chiropraktik, der Akupressur, der Ernährungswissenschaft und der Bewegungslehre in einem ganzheitlichen System.
Vor 2000 Jahren wendete der griechische Arzt Hippokrates das Muskeltesten an, um neurologische Verletzungen zu untersuchen . Vor über 500 Jahren nutzten es die Maya-Indianer um festzustellen, ob das Wasser an einer bestimmten Stelle trinkbar war. Im 19. Jahrhundert setzten die französischen Neurologen den Muskeltest zum ersten Mal ein. Zunehmend grössere Beachtung fand dieses Verfahren jedoch erst seit den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts. Nach und nach wurden und werden vielfältige Einsatzmöglichkeiten entdeckt.
Der Chiropraktiker Dr. George Goodheart, der eigentliche Vater der Kinesiologie, fand in den 60er Jahren heraus, dass das Stärken des Gegenspielers eines verkrampften Muskels ein sofortiges Verschwinden der Verkrampfung brachte. Er veränderte also am Symptom selbst nichts, sondern an der „schwachen“ Gegenseite. Diese revolutionäre Entdeckung zieht sich durch die gesamte Kinesologie. Einen weiteren wichtigen Schritt in der Geschichte machte er, indem er eine Verbindung zwischen unserer Muskulatur und dem Akupunktursystem der traditionellen chinesischen Medizin entdeckte.
Die Chinesen begannen vor 5000 Jahren ihre Energielehre zu entwickeln. Nach ihrem System fliesst die Lebensenergie Qi in Energiebahnen, den sogenannten Meridianen, durch den Körper. Jeder Meridian hat Bezug zu einem oder mehreren Organen. Fliesst die Energie in allen Meridianen ungehindert, so sind wir nach chinesischer Vorstellung gesund und im Gleichgewicht. Ist die Energie jedoch blockiert, entsteht Über- und Unterenergie. Die Folge sind Beschwerden. Überenergie äussert sich beispielsweise in einer Entzündung oder in Kopfschmerzen, Unterenergie etwa in schlechter Durchblutung.
Goodhearts Entdeckung, dass Muskeln in Verbindung zu Meridianen und Organen stehen, war für die Kinesiologie bahnbrechend. Der Zustand der Meridiane konnte von nun an schnell und einfach durch Muskeltests ermittelt werden. Erstmals war es möglich, Energiestörungen ohne Nadeln zu korrigieren, und zwar durch Halten oder Massieren der jeweiligen Reflexpunkte. In enger Zusammenarbeit mit Dr. John Thie, dem späteren Begründer des Touch for Health (Gesund durch Berühren), entwickelte er die Kinesiologie weiter.
Hervorzuheben wäre hier auch noch ein spezieller Bereich der Kinesiologie, der primär Gail und Paul Dennison zu verdanken ist, nämlich der Bereich des Brain Gym und der Edukinesthetik. Dieses Verfahren schafft durch einfache Bewegungsübungen eine optimale Koordination beider Gehirnhälften und trägt damit zu einer Maximierung von Konzentration, Denkvermögen und Kreativität bei. Das Ziel der EDU-K ist, ein Klima zu schaffen, in dem Lernen wieder stattfinden kann und auch Freude bereitet. Dem Prozess des Individuums wird, unter Berücksichtigung seiner Eigenart und seiner Lernstruktur, höchste Priorität eingeräumt.

|